K. Stein schrieb am 01.01.2011, 13:00
Ich habe den Film ebenfalls gesehen und bin erstaunt, welche Euphorie der Film hervorgerufen schien.
Die (handelnden) Behinderten arbeiten in einer Behinderteneinrichtung. Sie sind damit nicht am 'ersten' Arbeitsmarkt inkludiert.
Dass die junge Dame sich mit dem Mann mit Down Syndrom liiert, liegt meiner Meinung nach daran, dass sie selber arge psychische Vorbelastungen hat und, und auch darüber gibt der Film Auskunft, als Opfer von inner-familiär stattgefunden habender Vergewaltigung durch den Vater, ebenfalls eine Außenstehende in der Gesellschaft ist. Schließlich sagt die Dame im Film offen zu ihrem Freund, dass sie wohl nicht bei ihm bleiben wird (Filmszene/n rund ums Bett herum).
Nicht zuletzt tippt der Film die Frage nach vorzeitiger Beendigung des Lebens durch Abschalten der lebenserhaltenden Maschinen, an der der Vater (Vergewaltiger aus der Vergangenheit) der Freundin (Vergewaltigte) vom Freund (mit Down Syndrom) an.
Im Film wurde, meiner Beobachtung zufolge, versucht, viele gesellschaftliche Themen in eine kurze Film-Zeit zu pressen. Diskussionen scheint der Film nur hinsichtlich der nimmer müden Sehnsucht nach Gleichstellung mit Behinderten hervor gerufen zu haben. Alle anderen Details, die nicht gerade für Integration noch Inklusion sprechen, werden offensichtlich leider bei kobinet-Leserbriefschreibern ausgeblendet.
K. Stein, Groß Gerau.
Peter Stabenow schrieb am 15.08.2010, 23:11
Heute habe ich den Film Mee Too in Mannheim im Kino gesehen und habe gespürt, dass die UN Behindertenrechtskonvention mit Leben gefüllt werden kann.
Es ist gut, dass der Film gezeigt hat, dass zwischen dem Schauspieler mit einer Behinderung mit seiner Kollegin ohne Behinderung trotz einiger Hürden eine engere Beziehung gewachsen ist!
Möge dieser Film dazu beitragen, dass auch in der Wirklichkeit zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen früher oder später Beziehungen wachsen können, was natürlich die UN Behindertenrechtskonvention nicht erzwingen kann! - wichtig ist nur, dass dem Menschen mit einer Behinderung die Selbstbestimmung gewährt wird z.B. dass er selbstbestimmt entscheidet, mit wem er zusammen sein will; dies sieht der § 19 der Behindertenrechtskonvention vor.
An dieser Stelle wünsche ich mir von ganzen Herzen, dass der Film Mee Too die "sogenannte nichtbehinderte" Gesellschaft dazu bewegt in allen Lebenslagen weitere Urteile Menschen mit Behinderungen gegenüber abzubauen.
Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, dass der abwertende Begriff "geistigbehindert" aus dem Sprachgebrauch der Gesellschaft in Deutschland und auch bei den Behindertenverbänden verschwindet. Nur so kann meiner Ansicht nach die Eingliederung Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft in allen Lebenslagen fruchtbar werden und zu einem gedeihlichen Miteinander beitragen.
D. Heiermann schrieb am 13.08.2010, 23:47
Sehr geehrte LeserInnen,
ich freue mich das der Film me too, so viel Anklang gefunden hat !
Denn auch das Handicap - Netzwerk hat sich an die Ermöglichung diesen
Filmprojektes beiteiligt.
Für Künftige Anregungen und Ideen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung !
Info: www. handicap-netzwerk.de
Mit freundlichen Grüßen
Dennis Friedel Heiermann
( Serviceteam Handicap - Netzwerk )
Carola Fischer schrieb am 13.08.2010, 17:08
... und fühlte mich durch den Film in meiner Meinung wieder einmal bestätigt, dass es zum einen immer darauf wie "Behinderung" vor allem im Alltag und beim Thema "Teilhabe in der Gesellschaft" definiert wird und zum anderen darauf, wer das definiert!
Die meisten Menschen mit Behinderung sehen sich selbst am aller wenigsten als "behindert" an!
Ziel aller Anstrengungen muss es daher sein, den Behinderten als MENSCH und nicht den Menschen als Behinderten zu sehen! Dies hat der Film - so seh ich das - auf fabelhafte Weise dargestellt und transportiert! Nun muss es nur noch bei einer Vielzahl anders - (falsch)- Denkender ankommen! Zum Beispiel auch bei poteniellen Arbeitgebern und Menschen, deren Auftrag die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft ist!
Potsdamer Behindertenverband e. V. schrieb am 13.08.2010, 16:10
Der Potsdamer Behindertenverband e.V. möchte sich noch einmal ausdrücklich bei Frau Waskowski und dem Thalia Potsdam Babelsberg bedanken, die es Behinderten und Nichtbehinderten ermöglichten den Film „Me too- Wer will schon normal sein!“ in einer Sondervorführung zu einem äußerst erschwinglichen Preis zu sehen und zu erleben.
Bemerkenswert war auch die spontane Zusammenkunft nach dem Kino bei einer Tasse Kaffee, bei welcher der Film nochmals ausgewertet werden konnte und sogar neue Ideen für die Stadt Potsdam entstanden!
Der Potsdamer Behindertenverband e. V. findet, solche Veranstaltungen kann es gern öfter geben, denn es lenkt für kurze Zeit vom Alltag ab und eröffnet Ideen für Neues!
Potsdamer Behindertenverband e.V.
Karsten Häschel schrieb am 13.08.2010, 12:41
Ein herzliches Dankeschön, an alle die diesen interessanten Nachmittag ermöglicht haben.
Von dieser Stelle sei besonders das Thalia Kino und Frau Waskowski für die Koordination benannt und bedankt.
Es ist schon richtig bemerkt, dieser Film, der sich bisweilen auch provokativ mit dem Thema
Behinderung/Nichtbehinderung auseinandersetzt war eine willkommene Abwechslung in unserem täglichen Bemühen für Gleichberechtigung und Teilhabe.
Genauso wie Straßen-, Sommerfeste oder andere Aktionen haben sie eines gemeinsam: Austausch, neue Ideen und Beisammensein -und das tut gut, macht nachdenklich und gibt neue Impulse.
Karsten Häschel
Beauftragter für Menschen mit Behinderung
Landeshauptstadt Potsdam