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Leserbriefe.

Zu "Vier Jahre Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz", 14.08.2010 - 11:57 (zum Artikel).

Max Mütze schrieb am 13.08.2010, 21:20

Was steckt in 10.000 Anfragen?

Seit Februar 2010 hat Frau Lüders (parteilos und nach Eindruck Betroffener bei erster Kontaktaufnahme auch sehr bemüht um Zusammenarbeit) das Amt inne. Ihre Vorgängerin war als Bremserin für einen wirksamen Schutz vor Diskriminierung heftig kritisiert worden. Frau Lüders muss sich nach dieser Pressemitteilung fragen lassen, ob unter den 10.000 „Beratungsanfragen“ auch detaillierte Beschwerden über die allgemein festgestellte Diskriminierung im Alltag waren und wie diesen Diskriminierungsfällen nachgegangen wurde oder noch wird. Wie oft hat die Diskriminierungsstelle dringend dazu geraten, bei Verstößen gegen das Gesetz die Gerichte einzuschalten? Welche Diskriminierungen konnten außergerichtlich geahndet und abgestellt werden?

Marita b schrieb am 13.08.2010, 13:32

Viel zu lange Umsetzungszeit

Sehr geehrte Frau Lüders,

hier in unserer Kleinstadt Itzehoe mit max 30.tsd Einwohner hat mit Sicherheit über die
Hälfte der Bewohner noch nicht einmal was von der Antidiskriminierungsstelle gehört.
Bei einer Präsentation habe ich Ihr Plakat " Vielfalt statt Einfalt" mit der Seniorin im Rollstuhl vorgestellt. Die Besucher haben noch nicht einmal einen richtigen Blick darauf geworfen bzw. gefragt oder sind stehengeblieben - nein - sie haben sich blitzschnell umgedreht und sind schnell davongegangen.

Ich kämpfe hier gegen Diskriminierung und höre ständig wenn ich barrierefreies Reisen anbiete : " mit Behinderten fahren wir nicht" - oder " wozu machen Blinde einen Ausflug - die sehen ja sowieso nichts ! Und noch schlimmeres. Diese Äußerungen kommen n i c h t von jungen Leuten, sondern von Senioren.

Herr Hüppe wird uns am 10.01.2011 zu einem öffentlichen Forum besuchen. Ich hoffe, daß durch seine Bundeskompetenz dann sich hier auch verstärkt etwas tut.

Wenn Sie Aufmerksamkeit für die Antidiskriminierungsstelle bewirken wollen, dann über das Medium Fernsehen und Regionalprogramme mit kurzen Informationen und Beispielgeschichten, so daß die Menschen die Situation erkennen. Der Kontakt zu Ihnen nach Berlin ist für den überwiegenden Teil zu weit, zu anonym und mit Ängsten verbunden.

Mit freundlichen Grüßen
Marita Brunswik, Itzehoe

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