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Leserbriefe

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Zu "Mangel an altersgerechtem Wohnraum beklagt", 01.09.2010 - 06:46 (zum Artikel).

Jörg W. Birk schrieb am 01.09.2010, 23:42

Wohnraum verändern

es hat ja nicht nur mit dem alter zu tun. ich möchte mich doch selber in einem umfeld bewegen können, daß mir keine ecken und kanten entgegensetzt. als architekt wundere ich mich 1., dass bei neuplanungen sowenig augenmerk auf vermeidbare schwellen gelegt wird und 2., die perspektive aufs älterwerden ausgeblendet wird und 3., dass der planende architekt gar nicht gesucht wird. oder wird er nicht gefunden ? seitdem ich einen auf den rollstuhl angewiesenen mitarbeiter beschäftige, weiss ich erst, wo wir überall nicht hinkommen und ich hinterlasse auch jedesmal meine beschwerde.

Peter Baaken schrieb am 01.09.2010, 17:47

Barrierefreier Wohnraum im gesamten Wohnungsbestan

Es wird u. a. aufgrund aufgrund des demographischen Wandels nicht reichen, barrierefreien und bezahlbaren
Wohnraum ausschließlich im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zu schaffen. Dringend erforderlich ist
auch, die Schaffung von barrierefreiem und wenn möglich bezahlbarem Wohnraum im freifinanzierten Wohnungsbau. Nur so lassen sich z. B. vorzeitige und unnötige Heimaufenthalte und unnötige Kosten vermeiden bzw. hinauszögern.

Die fehlende Barrierefreiheit in Wohngebäuden, Häusern etc. verursachen aus meiner Sicht steigende Kosten, die vermeidbar sind (siehe oben). Das Bau- und Genehmigungsrecht für Wohnungen und Häuser muss deshalb dringend und bundesweit so geändert werden, das in Zukunft nur noch Wohnungsbauvorhaben genehmigt werden, die nach Ihrer Fertigstellung barrierefrei sind. Der Gedanke der Prävention muss hier vielmehr zu Geltung kommen. Die Aus- und Fortbildung von Architekten muss auch um das Thema "barrierefreies Bauen" obligatorisch ergänzt werden.

Auch die UN-Behindertenrechtskonvention muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Nach Artikel 19
ist Menschen mit Behinderungen eine Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft zu ermöglichen.

Andrea Heidrich schrieb am 01.09.2010, 13:50

Es mangelt überhaupt an barrierefreien Wohnraum

Ich denke, dass es nicht nur an altersgerechten Wohnraum mangelt. Sondern es mangelt an bezahlbaren barrierefreien Wohnraum. Gäbe es genug barrierefreie Wohnungen, gäbe es automatisch auch mehr seniorengerechte Wohnräume. Es kann nicht sein, dass man auf barrierefreie Wohnungen, die auch vom Sozialträgern anerkannt werden, eine Wartezeit von minimal 2 Jahren hat. Ist es richtig, dass eine wirkliche Barrierefreiheit nur existiert, wenn man in der Lage ist Wuchermieten zu zahlen ? Es fließen jährlich erhebliche Summen in den sozialen Wohnungbau, trotzdem entsteht nur ein geringer Prozentsatz an behindertengerechten und altersgerechten Wohnungen. Während hier ein Mangel herrscht, stehen in manchen Städten die Wohnungen reihenweise leer. Es herrscht bei den Städten eine absolute Fehlplanung. Immer wieder planen die Städte am Bedarf des Bürgers vorbei und vernichten so unsere Steuergelder.

Gruß
Andrea

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