Lothar E schrieb am 04.09.2010, 14:17
viel von dem, wie ich das sehe, wurde schon gesagt und ich will es hier nicht wiederholen.
Zudem ist es einer der auch in der Vergangenheit immer wieder stattgefundenen Versuche, die verschiedenen Behindertengruppierungen gegeneinander auszuspielen, oder sollte ich sagen gegeneinander aufzuhetzen?
Hier: Rollstuhlfahrer gegen Blinde!
Ist das nun dem in diesem Jahr möglicherweise etwas länger andauernden "Sommerloch/-theater in den unteren Etagen" in der Politik geschuldet, liegt es an der fehlenden Substanz in den vorhandenen, dringend "zu bearbeitenden" gesellschaftlichen Themen, oder haben die tatsächlich nur einfach nichts besseres zu tun?
Im übrigen: die wirklichen Einsparpotentiale liegen doch da ganz woanders......
Ich will jetzt nicht schon wieder mit der Millionärsgattin kommen, deren Anspruch auf Kindergeld ich für überaus zweifelhaft halte, obwohl das aus meiner Sicht nachwievor dringend zu verändern wäre und das ist ja sicher nur die Spitze auf dem Eisberg.
Ich will jetzt nicht schon wieder, nein, wirklich nicht......
Georg Niedermeier schrieb am 03.09.2010, 16:44
die Forderung der Jungen Union lautet, das Blindengeld ersatzlos zu streichen und nicht das Blindengeld zu senken und dafür Rollstuhlfahrer in den Genuss des dadurch entstehenden Überschusses zu bringen. Selbst verständlich ist die Frage interessant, ob Blinde in höherem Maße gefördert werden sollten als Rollstuhlfahrer, das steht hier aber nicht einmal ansatzweise zur Debatte. Die Argumentation Rollstuhlfahrer bekämen auch keine solch hohen Zahlungen wegen ihrer Mehraufwendungen, deshalb sei es doch legitim, dass auch Blinde keine zu erhalten hätten, kann ich nicht nachvollziehen.
Ich stimme Ihnen zu, dass häufig wenig Sachlichkeit in den Diskussionen zu finden ist, nicht nur aber auch von Behinderten sowie deren Verbänden und Selbsthilfegruppen. ich möchte aber auch zu bedenken geben, dass es sich bei vielen Sparmaßnahmen und Vorschlägen nicht gerade um innovative oder hilfreiche Ideen handelt, sondern lediglich darum, Mittel an den Stellen zu streichen, an denen eine schlagkräftige und einflussreiche Lobby fehlt, weshalb mit kaum mehr als verbaler Gegenwehr gerechnet werden muss. Es erscheint mir deshalb auch völlig logisch, dass gerade Behinderte sehr sensibel auf staatliche Maßnahmen reagieren, die ihnen ans Geld wollen. Insbesondere hier erscheint mir Konservativismus nicht per se als negativ.
Thomas Naumann schrieb am 02.09.2010, 13:45
ist nicht nur beim Blindengeld, sondern in vielen Bereichen der Sozialpolitik zu beobachten. Leider werden die Vorschläge oder Ideen zwar fast immer kritisiert, zu selten aber mit eigenen Argumenten hinterlegt. Nicht wenige Verbände "jaulen" regelrecht auf wenn es mal wieder irgendetwas zu ändern gibt, aber interessante, durchdachte eigene Vorschläge werden so gut wie nie eingebracht. Der Sozialverband Deutschland, durchaus ein wichtiger Teil der Gesellschaft, fällt zur Zeit nur dadurch auf Opposition der Regierung zu sein und auch wirklich alles zu kommentieren was in Berlin gesprochen wird. Mit vernünftiger Lobbyarbeit für die Benachteiligte hat dies nichts zu tun. Es ist leider so, dass viele Sozial- und Behindertenverbände statt aktiv die Gesellschaft zu bereichern und zu verbessern, weder kompromiss- oder gar kritikfahig , noch zukunftsoffen sind. Sie sind damit zu oft konservativer als die dementsprechenden Parteien.
Ich will hier nicht sagen, dass die Kürzung oder Streichung des Blindegeldes gut ist, aber es muss doch möglich sein darüber vernünftig zu diskutieren. Es würde mich schon interessieren wieso der Nachteil eines Blinden höher ist und damit finanziell stärker ausgeglichen werden muss, als der eines Rollstuhlfahrers. Erst wenn solche Diskurse vorurteilsfrei innerhalb der Verbände geführt werden kann, kann man auch vernünftig mit der Legislative diskutieren und wenn dann die Streichung nicht durchgeführt wird, werde ich der letzte sein, der dies nichtgut findet.
S. Schmidt schrieb am 02.09.2010, 00:48
VOR der so genannten (Zeiten-)Wende 1989/1990 regierte AUCH, und das nicht zu knapp, die DDR-CDU in den Kreisen Saalfeld / Saale und Neustadt, Orla; dem heutigen Großkreis Saale-Orla-Kreis (SOK). Die Erben, das heißt Enkel, der DDR-CDU-ler/innen aus dem heutigen (Ge)sok(sche) der JU und CDU sind ebenso in studentischen, erz-reaktionären Verbindungen aktiv verortet; siehe unter anderem lexi-tv.de/themen/neuere_geschichte/burschenschaften/ehre_freiheit_vaterland. Da wundert einen der Sozialraub derer aus schlagenden Verbindungen nicht (mehr).
Ja, ja, Thüringen hinter den sieben Bergen in finsterem, offenbar reloadedem Mittelalter und reloadeder Frauenfeindlichkeit. Gute, schlechte Nacht!
S. Schmidt.
D. Heiermann schrieb am 01.09.2010, 23:31
Liebe LeserInnen,
da wundert ein gar nichts mehr die JU und die CDU wollen nur Kürzungen in allen
Sozialbereichen vor nehmen.
Ist ja auch kein Wunder, wenn man weiss, aus welchen Menschen sich einst mal die
CDU nach dem zweiten Weltkrieg gegründet hatte. Bis auf Dr. Conrad Adenauer waren es Jene die eine geschichtliche unangenehme Vergangenheit hinter sich gebracht hatten.
Und wie sagt man doch, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
So ist das eben, das einzige was der Wähler jetzt noch künftig machen kann, ist,
mal darüber nach zu denken, ob er nicht die Falsche Partei gewählt hat.
Jammern nützt da nichts. Geht bitte alle zur nächsten Wahl und wählt..... aber bitte nicht
diese P... !
Wohlgemerkt in meiner Veröffentlichung hier,beziehe ich mich auf das GG Art. 5 ( Das Recht der freien Meinungsäusserung ).
Mit freundlichen Grüßen
Dennis Friedel Heiermann
Georg Niedermeier schrieb am 01.09.2010, 19:32
diese Nachricht lässt mal wieder sehr tief blicken!
die Junge Union veröffentlichte eine Liste 30 als interessanter Sparvorschläge und jubelt uns noch einen kleinen schlechten Witz unter.
Nehmen wir spaßeshalber einmal an alle 4800 blinden Bürgerinnen und Bürger Thüringens beantragen das Blindengeld in Höhe von 320 € monatlich. Nehmen wir weiter an, das sämtlichen Antragstellern das Blindengeld gewährt wird. im Ergebnis wären das pro Jahr 18.320.000 €. Rechnen wir jetzt noch 1000 Bezieher von Landesblindenhilfe in Höhe von 608 € hinzu, erhalten wir einen jährlichen Gesamtaufwand von 25.728.000 Euro.
Dabei gilt aber zu beachten, das Pflegegeld sowie Unterbringung in Einrichtungen angerechnet wird, wodurch die Höhe des Blindengeldes beziehungsweise der Blindenhilfe wieder sinkt. Die Unterstützung der blinden Bürgerinnen und Bürger ist kein Almosen und auch keine lustige Geldausgeberei, sondern ein eindeutiger Nachteilsausgleich. Zum Beispiel bedeuten Druckerzeugnisse für Blinde einen enormen Kostenfaktor, so dass es jedem vernünftig denkenden Menschen absurd erscheinen mag, hier keine Unterstützung durch das Land vorzusehen.
Selbstverständlich ist das viel Geld, es ist sogar sehr viel Geld, aber langsam sollte sich jeder einmal darüber Gedanken machen, was uns eine offene und integrative Gesellschaft Wert ist. ich kann es in diesem Zusammenhang nur erneut wiederholen: wie können wir Hunderte von Milliarden in vor die Wand gefahrene Banken stecken und im Gegenzug absolut angemessene Unterstützungsleistungen für die Schwächeren in unserer Gesellschaft kürzen, streichen und in Abrede stellen?
Interessant in dem Vorschlagskatalog der Jungen Union ist noch, dass auch eine Kürzung der Bezüge von Ministern und Staatssekretären angewandt wird. Eine Senkung der Abgeordnetenbezüge fällt mit keinem Wort. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
Hier finden Sie die Liste mit Sparvorschlägen als PDF-Datei:
www.ju-thueringen.de/cms/index.php?id=16&tx_ttnews[tt_news]=458&tx_ttnews (Meldung vom 31. August)
Zeitungsartikel der Thüringer Allgemeinen Zeitung zur Erhöhung des Blindengeldes auf 320 €:
www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Thueringen-erhoeht-Blindengeld-1260931019
Georg Niedermeier