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kobinet-nachrichten
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Georg Niedermeier schrieb am 06.09.2010, 16:21
in dem Zusammenhang ist eine Sache ganz dringend:
dass die Kontrollenbesuche angekündigt werden, oftmals schon mehrere Wochen im Voraus, muss unbedingt abgeschafft werden.
Zum Thema Insassen/Bewohner:
selbstverständlich handelt es sich bei den gemeinten um Menschen mit Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen, allerdings könnte man meinen, dass diese eigentlich freien Menschen Gefangene sind. Tausende von Heimbewohnern befinden sich dort nicht freiwillig, weshalb es nicht ganz falsch ist, von Insassen zu sprechen. Es sind zwar keine Insassen eines Gefängnisses, aber letzten Endes läuft es auf das gleiche, genau genommen sogar auf noch schlechteres hinaus. Aufstehen, wenn es das Personal sagt, essen und trinken, wenn es das Personal sagt, Toilettengänge, wenn es das Personal sagt, Körperpflege, wenn es das Personal sagt und oft genug auch nur Besuche, wenn das Personal zustimmt/Zeit hat. Gefängnis auf eigene Kosten. Im Gefängnis kann man wenigstens aufs Klo, wenn man selber will. Manchmal, wenn man Glück hat, hat man sogar Ausgang.
Natürlich ist das (kaum) überspitzt ausgedrückt, aber es sollte jedem klar sein, was gemeint ist.
Lese Brille schrieb am 06.09.2010, 09:20
Ich weiss, dass so mancheR von uns platzt, ob der schlechten Bedingungen in Pflegeheimen und der immer noch so häufig ignorierten Wünsche von Menschen, eben nicht in Heimen leben und sterben zu müssen.
Trotzdem bitte ich die ForistInnen, hier nicht von Insassen zu reden. Es sind BewohnerInnen. Die Menschen leben dort.
Inhaltlich stimme ich jedoch mit vielen überein, denen die "Hübsche Deko schlägt Dekubitus"-Rechnerei wohl kaum für eine seriöse Einschätzung von Einrichtungen reicht.
Auch wird oft vergessen, dass modernere Häuser häufig aufgeteilt sind, in Trakte, in denen noch beweglichere Menschen leben und Bereiche, wo schwerdemente Menschen im letzten Lebensabschnitt untergebracht sind.
Das Interviewen von fitteren Menschen kann also sehr gut ausfallen, während im anderen Trakt das Personal unterbesetzt und überfordert ist und Menschen zum Beispiel nicht genug zu Trinken erhalten.
gerd beyer schrieb am 06.09.2010, 00:12
Meine Meinung zu dem Thema,
Verschleierung und Irreführung fängt doch schon an der Eingangstüre an. Da stehen auf einmal Blumen und Begrüssungs-Tafeln wo vorher nur Dreck lag. Fachpersonal ersetzt vorrübergehend das wesendlich billigere Laienpersonal in Küche, Bäder und Zimmer.
Da sieht es bei der Pflege der Insassen nicht anders aus. Auf 10-15 Pflegebedürftige kommt oft nur 1-2 Fachkräfte das von oft wechselden,ungelernten Hilfspersonal unproffesional unterstüzt wird. Zivis, Billig-Zeitkräfte, Usw....
Überprüfen, eingeschätzen, oder gar benoten ist doch nicht wirklich euer Ernst oder eine Verbesserung der Lage, sondern eher eine Aufforderung vieler Unfähigen sich besser vor Kontrollen ins Licht zu setzten und besser zu taktieren.
Befragt doch einfach nur die betroffenen Insassen, die erleben Täglich wie man behandelt oder abgefertigt wird wenn man sich nicht mehr wehren kann.
Wie ihnen nicht nur Kohle sondern auch ihre Würde geklaut wird . Toilette, Körperpflege, Hygiene, Medikamentenverabreichung, wird von unquallifizierten Personal, die oft nicht mal der deutschen Sprache mächtig sind , versucht zu beherrschen. Durch Nichtverständniss oder Missverständnisse passieren oft nicht wieder gut zu machende gesundheitliche Schäden. Und für diese bedauerlichen Missstände zahlt man dann noch 3000 Euro im Monat. Gebt das Geld lieber den Angehörigen, dann bleib auch mehr für den Betroffenen. Er bleibt Mensch und stirbt da wo es Wärme und Familie gibt. Bestimmt würden über 90% der betroffenen gerne hinter ihren eigenen Wänden bleiben, aber 400 Euro für die Angehörigen das ist eine wirklich unbegreifbare Gesetzgebung.
MfG...G.B.
Georg Niedermeier schrieb am 04.09.2010, 16:46
es ist einfach lächerlich, dass ein Pflegeheim, das in pflegerischen Bereichen relativ schlecht abschneidet aufgrund des Aussehens der Zimmer besser dasteht. Wenn man schlechtes nicht mehr schlecht nennen darf, weil es sonst eventuell ein Wettbewerbsnachteil sein könnte, wird der Pflege-TÜV zum Kasperltheater. Eine Gesamt Benotung ist vollkommen nutzlos und spiegelt in keinster Weise die Notwendigkeit von Transparenz und die Notwendigkeit wahrheitsgemäßer Information von Angehörigen und Betroffenen wieder.
Warum benotet man nicht Teilbereiche und verzichtet auf die verlogene Gesamtnote? Hier geht es nicht um Wettbewerb oder Gewinn, sondern um lebende Menschen mit Bedürfnissen, aber das interessiert die Politik schon seit längerem nicht mehr sonderlich.
Manfred Keitel schrieb am 04.09.2010, 15:54
Ist denn immer noch nicht im letzten Winkel der Zuständigen angekommen, wie die Bedürfnisse der Heiminsassen wirklich gelagert sind? 80% wollen gar nicht dort sein!
Das Ende solcher Zwangsunterbringungen von unschuldigen (!) Menschen würde den Markt der Pflegeeinrichtungen auf ein so überschaubares Maß regulieren, daß die Bewertung deutlich einfacher, korrekter und kostengünstiger durchzuführen wäre.
Dieses Flickwerk mit der Benotung ist lediglich die Fortsetzung des Elends seit der gewaltsamen Einführung der "Pflegeversicherung" (über die Köpfe informierter Assistenznehmer hinweg), bei der viele aussen vor bleiben oder der Benutzung durch ambulante und stationäre Dienste anheimfallen, die beeinträchtigte Bürger verstärkt als Menschen 3. Klasse behandeln.
Daheim statt im Heim:
www.forsea.de/inforum/INFORUM_03_2004.pdf
Hinter dem Link verbirgt sich "nur" ein Ausschnitt meiner Geschichte, die noch milde im Vergleich zum himmelschreienden Elend der Situation einiger anderer Insassen ist/war.
Grüße
Manfred
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